Donnerstag, 22. Juni 2017

Earthlings.


Gestern habe ich das erste Mal den Dokumentarfilm Earthlings angefangen. Ich sage angefangen, nicht geschaut, weil ich ungefähr auf der Hälfte abbrechen musste. Ich bin keine Person, die normalerweise bei Filmen anfängt zu heulen. Vielleicht bin ich auch einfach nur ein Psychopath, aber Filme mit Menschen gehen mir nicht nahe genug dafür. Gestern habe ich aber einfach nur am ganzen Körper gezittert und wie ein Schlosshund geheult. Und dann musste ich unterbrechen. Ich hoffe, dass ich heute die Kraft finde, ihn weiterzusehen.
Vielleicht habt ihr schon einmal von dem Film gehört, ihn vielleicht schon einmal gesehen. Wenn nicht, lege ich ihn jedem ans Herz, der Tiere liebt. Und auch jedem, der sie nicht liebt, aber sich noch nie mit der Herkunft seines Fleisches auseinandergesetzt hat.  
Die Zustände in der Massentierhaltung werden sehr schonungslos dargelegt. Mit vielen Videoaufnahmen der Umstände, unter denen die Tiere dort vegetieren, aber auch mit dem Verhalten der Menschen, die sich teilweise noch an dem Leid aufgeilen. Als ich an die Stelle gekommen bin, an der Mitarbeiter der Schlachtfabrik auf Schweine eingeprügelt haben, die nicht einmal mehr in der Lage waren aufzustehen, sondern einfach nur noch geschrien haben, ging es einfach nicht mehr.
Ich fühle mich durch diesen Film bestärkt in meinem Lebensstil. Das erste Mal mit Massentierhaltung auseinandergesetzt habe ich mich mit 11 Jahren eher zufällig, weil mir ein Buch mit vielen schrecklichen Bildern in der Bücherei in die Hände fiel. Damals taten mir die Tiere Leid, aber es hat nicht ausgereicht, um sofort etwas zu ändern.  
Von der gesamten Menschheit  zu verlangen, sich tierprodukt- oder wenigstens fleischfrei zu ernähren halte ich für utopisch. Aber den Fleischkonsum zu reduzieren schadet niemandem. Ich finde, wir sollten an einen Punkt gelangen, an dem wir bereit sind, einen entsprechenden Preis für Fleisch, Eier und Milch zu bezahlen. Keiner kann Wurst für unter 1€ die Packung kaufen und erwarten, dass das Fleisch von Tieren kam, die glücklich über eine grüne Wiese tollen. Wenn man stattdessen halt 3€ dafür bezahlt und dafür weniger davon konsumiert, ist den Tieren geholfen und den Menschen selbst auch. Wer will schon ein Stück Muskelfasern essen, das bis oben hin vollgepumpt ist mit Antibiotika und anderen Medikamenten, weil die Tiere sonst noch elendiger krepieren würden?
Ich finde, dass Menschen umdenken sollten. Und ich finde es gut, dass viele Discounter mittlerweile mit einem „fleischfrei“-Tag in der Woche werben und auch entsprechende Produkte anbieten. Das ist viel wirksamer, als wenn man in einer radikalen Bekehrer-Mission alle Menschen verurteilt, die nicht den eigenen Lebensstil teilen. Die fühlen sich dann nämlich nur angegriffen und ändern nichts.
Ich werde meine Kinder später nicht zwingen, sich vegetarisch oder vegan zu ernähren. Aber ich werde ihnen auch nicht wissentlich die Information vorenthalten, wo Fleisch herkommt. Sie sollen wissen, dass dafür Tiere sterben müssen und dass das Schnitzel mal ein ziemlich niedliches Ferkel war. Das haben nämlich selbst die wenigsten Erwachsenen auf dem Schirm bzw. schieben das bewusst in den Hintergrund. In der Doku wurde gesagt, dass 100% der Menschheit Vegetarier wäre, wenn sie ihr Fleisch selbst schlachten müssen. Das glaube ich nicht. Es gibt Jäger und es gibt Menschen, die das können. Aber es wären eben deutlich mehr Menschen, die dann doch lieber auf Fleisch verzichten würden, weil sie es nicht übers Herz bringen würden, das Tier zu töten.

 
Quelle: www.wwf.de
 

Mittwoch, 21. Juni 2017

Rezept: Erdbeertorte


Vegane Erdbeer-Sahne-Torte

 

Man benötigt

Für den Boden:

200g Mehl

150g Zucker

150g Margarine

½ Packung Backpulver

1 Tütchen Vanillinzucker

150ml Wasser oder Hafermilch

Für den Belag:

400g vegane Schlagcreme (am geschmackneutralsten und günstigsten zugleich ist die von Leha, dieses Mal habe ich die gesüßte genommen)

4 Päckchen Sahnesteif

2 EL Vanillinzucker

2x200g Erdbeeren

Und ein paar Erdbeeren zum Verzieren

 

Für den Boden einfach alle Zutaten zusammenwerfen, mit dem Handmixer vermengen, bis ein glatter Teig entsteht, und in eine runde gefettete 28cm-Springform füllen. Diese dann für ca. 30 Minuten bei 160°C Umluft in den Ofen schieben. Die Stäbchenprobe bringt hier nach wie vor Gewissheit, da der Boden aber recht dünn ist, ist er eigentlich schon durch, sobald er anfängt, goldgelb zu werden und sich beim leichten Eindrücken fest anfühlt (also wieder in seine Ursprungsform zurückgeht).

Währenddessen schon einmal die Sahnehaube vorbereiten:

200g der Erdbeeren pürieren. Wenn diese schön reif sind (also am besten frisch vom Erdbeerfeld und dann die dunkelroten Früchte), reicht ihre Eigensüße aus. Ansonsten kann mit etwas Zucker oder Zuckerersatz nachgeholfen werden.

Dann die Sahne steif schlagen und 2 Päckchen von dem Sahnesteif und den Vanillinzucker hinzufügen. Anschließend  vorsichtig das Erdbeerpüree unterheben und die restlichen beiden Tüten Sahnesteif zugeben.

Die restlichen Erdbeeren halbieren.

Das Ganze kann dann in den Kühlschrank.
Den Kuchen aus dem Backofen holen und abkühlen lassen. Wenn er vollständig ausgekühlt ist, können die halbierten Erdbeeren auf dem Boden verteilt werden. Darauf wird dann die Sahne kuppelförmig aufgestrichen. Zum Schluss das Ganze noch mit ein paar Erdbeeren dekorieren – fertig.

Auf den Punkt getroffen.


Wochenende, Baltrum, Erdbeertorte.


Das Wetter am Wochenende war ja mal der Hammer bzw. für mich eigentlich schon zu warm. Da aber alle auch immer meckern, wenn es kühler ist oder regnet, will ich mich mal nicht beschweren.
Da F. ein Wetter von 18-20 statt 28-30°C vorausgesagt hat, hatten wir keine Schwimmsachen dabei. Im Nachhinein eine ganz blöde Idee. Den zweiten Tag haben wir trotzdem am Strand verbracht und ich habe mich dann halt einfach im BH da hingesetzt. Den Unterschied sieht sowieso kein Mensch und im T-Shirt wäre ich wirklich gestorben. Am Anreisetag war es noch mit unter 20°C sehr gut aushaltbar, weswegen wir auch viel herumspaziert sind. Der dritte Tag war so unaushaltbar heiß, dass wir nach einem Ausflug zum Supermarkt, um Getränke zu besorgen, zurück zur Ferienwohnung gegangen sind und uns dort auf die Terrasse gesetzt haben, um zu lesen. Da kann F. das nämlich. Zuhause würde er niemals auf die Idee kommen, sich einfach nur mit einem Buch hinzusetzen. Das finde ich sehr schade, denn mich in die Sonne setzen, auf die Terrasse oder unter einen schattigen Baum im Garten, das hätte ich auch ohne Baltrum gekonnt (und er war auch derjenige, der darauf gepocht hat, wieder hinzufahren, es war ihm sogar so wichtig, dass er die Hälfte gezahlt hat).
Insgesamt war es aber schön dort. Wir hatten dieses Mal die große Wohnung, die eine richtige Küche mit Geschirrspüler und ein größeres Bad verfügt. Es war sogar ein zusätzliches Zimmer da, zwei Kinder hätte man also locker noch unterbringen können.
Das Essen war insgesamt gesehen einfacher, als ich gedacht hätte. Frühstück haben wir immer in der Ferienwohnung gegessen und einmal mittags selbst gekocht, einmal Pommes geholt. Das Strandcafé ist der absolute Traum für Vegetarier/Veganer. Vegetarier werden hier natürlich noch einfacher fündig. Letztes Jahr hatte ich ein belegtes Baguette, riesig das Teil und superlecker. Dieses Jahr habe ich mich auf die veganen Gerichte beschränkt. Das sind immerhin zwei bis drei plus die üblichen Verdächtigen – Nudeln mit Tomatensoße und Pommes. Zuerst hatte ich Bandnudeln aus Eigenfertigung mit Gemüse und Knoblauch. Meine Güte, die waren wirklich genial gewürzt. Etwas seltsam war, dass ein Schälchen Parmesan ein Töpfchen Parmesan dazu gereicht wurde. Das war aber wenigstens so, dass sie es immer wieder mit rausgeben können, der Parmesan also nachher nicht weggeworfen wurde. Am zweiten Tag waren wir abends im Seehund essen, weil F. da Fisch essen wollte – da war es dann wirklich kompliziert. Ich habe dann also für trockenen Reis und Erbsen/Möhrchen, also einem Materialaufwand von ca. 1€ satte 6€ gezahlt und war dementsprechend nicht so richtig zufrieden. Zumal der Salat, den ich extra mit Balsamicodressing bestellt hatte, mit Joghurtdressing kam. Den hat F. dann bekommen, weil ich ihn nicht zurückgehen lassen wollte, sonst hätten sie ihn ja entsorgt.


 
Am dritten Tag, und das war mein absolutes kulinarisches Highlight, habe ich das Gemüsecurry auf Kokosmilchbasis im Strandcafé gegessen. Dazu gab es gekeimtes und dann gekochtes Quinoa. Es sah nicht nur wie ein 4-Sterne-Menü aus, es war auch richtig, richtig lecker. Leider hatte ich weder meine Kamera, noch mein Handy dabei, um dieses Prunkstück zu fotografieren. Das könnte ich eine Woche lang jeden Tag essen, ohne dass es mir langweilig wird.
Ein paar Fotos folgen noch.
Am Donnerstag und Freitag vor Baltrum haben wir zuende tapeziert und gestrichen. Der Flur ist nun also bis auf die Leisten an der Decke fertig. Freitag habe ich eine Erdbeertorte gebacken und meine Großeltern und Eltern zum Kaffeetrinken eingeladen. Die Torte war superlecker. Und es hat keiner gemerkt, dass sie vegan war. Ein Hoch auf das Schlagfix von Leha :D
 

Grillen am Freitag. Tofu in Curry-
Paprika-Marinade mit Paprika und
Zwiebeln. 

Survival-Paket für Baltrum. Mülltechnisch ungünstig,
aber hat mir sehr geholfen.

Dieser schöne Zimmerefeu ist unser neuer
Mitbewohner und macht sich super
an den Balken.

Gestrichen und Laminat
auf dem Treppenabsatz verlegt.

Der letzte Schrank aus der Garage durfte einziehen.

Die Fanpizza vom Lidl. Sehr lecker, weil hier auch wirklich
mal Belag drauf ist!
 

Mittwoch, 14. Juni 2017

Kurztrip.


Wir haben im Flur nun mit dem Streichen begonnen. Danach müssen „nur“ noch die Deckenleisten dran und Laminat auf dem Treppenabsatz verlegt werden. Und im Grunde – wars das dann. Langfristig wollen wir die Treppe neu streichen und natürlich die Kinderzimmer fertigmachen. Aber das eilt nicht. Also kann ich mich dann erst einmal voll und ganz dem Garten widmen. Twingo steht nun endlich in der Garage. Ich weiß noch nicht, wie ich jemals wieder da rauskommen soll, aber ich bekomme das schon hin :D F. möchte mit seinem Auto lieber nicht außen parken, weil sein Wenderadius zu groß ist. Da ich sowieso nur noch sehr selten fahre, habe ich eingewilligt. Es ist bestimmt auch nur Übungssache. Wenn man ein paar Mal hinein- und wieder hinausgefahren ist, geht das bestimmt ganz einfach.

Am Samstag fahren wir für einen Kurztrip nach Baltrum. Das ist natürlich auf F.s Kappe gewachsen. Es ist ja nun nicht so, dass wir dieses Jahr gar nicht wegfahren und selbst wenn es so wäre – wir haben einen wunderschönen großen Garten. Ich brauche im Sommer nur ein Freibad, Sonne und ein gutes Buch. Das ist um einiges günstiger als ständiger Urlaub. Und so viel ökologischer. Soll er endlich in den Angelverein gehen, sich tagelang an die Weser setzen und nichts fangen. Dann ist er wenigstens beschäftigt. Baltrum an sich ist eine schöne Insel, nur stehen die Kosten in meinen Augen bei weitem nicht mehr in Relation zum Nutzen. Allein die Fähre kostet mittlerweile 29€ pro Kopf. Die Strecke ist nicht einmal 5km lang. Man kann Wattwanderungen vom Festland nach Baltrum machen, so kurz ist es. Für 60€ können wir zwei Mal schön essen gehen. Der Parkplatz ist auch mit 4€ der angebrochene Tag sehr teuer für eine simple Wiese. Wenn schon Nordsee, dann das nächste Mal einfach nach Neßmarsiel. Da sind die Ferienwohnungen zwar ähnlich teuer, aber man spart sich immerhin das. Und man ist nicht auf zwei Lebensmittelläden angewiesen, die beide zu Edeka gehören und beide aufgrund der Fährpreise halt deutlich höherpreisig sind als am Festland.

Jetzt sehe ich mich wieder im Konflikt mit dem Essen. Wir werden einiges mitnehmen, das ist nicht das Problem. Frühstücken werden wir immer in der Ferienwohnung und mindestens eine andere Mahlzeit des Tages werden wir selbst zubereiten. Aber Essen gehen ist auf Baltrum echt schwierig. Gutbürgerliche Küche eben. Fleischig, fettig, käsig. Vegetarisch ist das schon nicht einfach, wenngleich gut machbar, wenn man keine großen Ansprüche hat. Vegan – ui, das wird eine Herausforderung und ich werde da einige Abstriche machen müssen, wenn ich das konsequent durchziehe. Und zwar in Bezug auf die kulinarische Qualität, aber auch in Bezug auf die gesundheitliche Qualität des Essens. Es wird dann wohl doch einfach mal stumpf auf Pommes mit Ketchup herauslaufen. Da ich aber momentan wirklich gut dabei bin und schon recht lange „clean“ von Milchprodukten und Eiern, weil ich lange keine Ausnahmen mehr machen musste, werde ich mir das jetzt nicht durch diesen Trip vermiesen lassen. Nööö!


Geliebter Schakalode-Riegel

Rührtofu.


 

Holunderblütensirup.


Gestern habe ich das erste Mal in meinem Leben Holunderblütensirup gemacht. Ich habe nämlich entdeckt, dass hier überall Holundersträucher wachsen und das musste genutzt werden.
Es war supereinfach und abgefüllt in schönen Flaschen stellt das Ganze auch noch ein super DIY-Geschenk dar.
Man benötigt:
15-20 Holunderblütendolden
2 kg Zucker
2 Liter Wasser
1 Fläschchen Zitronensaftkonzentrat
 
Die Holunderblüten legt man 24h in dem Wasser ein, sodass möglichst viel davon im Wasser liegt. Am besten deckt man das Ganze mit einem Küchenhandtuch ab, sodass keine Fliegen etc. hineinkommen. Übrigens keine Sorge, wenn am Anfang noch ein paar von den kleinen schwarzen Käferchen auf den Blüten sitzen, die diese lieben. Die klettern an den Blüten hoch auf die rettende Insel und fliegen dann einfach weg. War bei mir zumindest so. Deswegen das Ganze vielleicht 1-2h offen stehen lassen, bevor man das Handtuch darauf legt.
Am nächsten Tag gießt man den Sud durch ein Küchensieb in einen großen Topf ab, gibt den Zucker dazu und kocht das Ganze mit dem Zitronensaft auf. Man lässt es dann ca. 10 Minuten köcheln und kann es dann in Flaschen abfüllen. Tadaaa!
Der Sirup schmeckt sehr erfrischend in Mineralwasser, am besten noch eine Scheibe Zitrone und ein paar Eiswürfel dazu. Auch in Sekt soll er toll schmecken, aber das kann ich nicht beurteilen, weil ich Sekt nicht mag.

 

Dienstag, 13. Juni 2017

Easy peasy Schokoladenmuffins.


Gestern habe ich die bisher einfachsten und zugleich besten Schokomuffins meines Backlebens gebacken.
Man braucht:
200g Mehl
150g Zucker
½ Päckchen Backpulver
15g entöltes Kakaopulver
150ml Sonnenblumenöl (Margarine geht auch, aber auf Milchbestandteile achten)
150ml Hafermilch (oder beliebige andere Pflanzenmilch, hier kann ich mir Mandelmilch auch sehr gut vorstellen)
Schokodrops (ich habe die von Schakalode genommen, die Zartbitter Chocolate Chunks von RUF sind aber bestimmt auch ziemlich gut)
Einfach alles zusammenwerfen, gut mixen, bis ein glatter Teig entsteht, und dann für ca. 20Minuten bei 160Grad Umluft in den Ofen. Stäbchenprobe, um zu testen, ob sie schon durch sind. Das war es. Kein Eiersatz, gar nichts. Die werden super fluffig, weich, wie Schokomuffins halt sein müssen.