Donnerstag, 23. November 2017

Lunchbox und Pfannenwahl.


Vorgestern habe ich meinen Made with luv – Schokopudding probiert, den ich noch von meiner alles-vegetarisch-Bestellung hatte. Der hatte leider einen seltsamen Beigeschmack, den ich nicht genau einordnen kann. Da ich ungern Lebensmittel wegwerfe, habe ich mir den reingequält. Kaufen werde ich ihn definitiv nicht mehr. Dann lieber selbst welchen kochen oder für unterwegs den von Alpro kaufen, der außer dem sehr  dezenten Sojabeigeschmack sehr lecker ist.
 



Ich möchte wieder ein wenig innovativer mit meiner Lunchbox werden. In den letzten Wochen endete es meistens mit Vollkornbrot und Gemüsebeilage oder Möhrensticks zum Dippen in Hummus. Jetzt hat mich aber wieder der Ehrgeiz gepackt, ein wenig mehr Abwechslung hineinzubringen. Deswegen hatte ich diese Woche schon zwei leckere Salate, heute habe ich Haferbrei mit Kokosmilch, Banane und Erdnussbutter für mittags dabei. Da wir gestern im türkischen Lebensmittelladen waren, habe ich vieeele Weintrauben und Clementinen mitgenommen und mir dann noch Cocktailtomaten und Gurkensticks eingepackt. Das finde ich super zum Wegsnacken. Für morgen muss ich mir noch was überlegen, aber ich denke, Bohnenbällchen oder Falafel als Basis sind eine ganz gute Idee. Morgens habe ich mich seit dem Sommer (Tonnen an Wassermelone) irgendwie auf Obst festgefahren, möchte das aber etwas ändern, weil mir von zwei Äpfeln und einer Banane, gelegentlich noch Weintrauben, ab 11 Uhr der Magen knurrt und ich es schon gern hätte, dass mein Magen wenigstens von Frühstück bis Mittagspause verdauen darf, ohne dass wieder etwas nachgeworfen wird. Haferbrei mit Obstbeilage scheint mir ein gutes und vollwertiges Frühstück, mal schauen, ob ich das im Wechsel mit Müsli einführen kann. Eigentlich würde ich gern auch von der Mittagspause bis zum Abendessen ohne Snacken aushalten, aber das schaffe ich nicht bzw. äußerst selten. Entweder liegt das daran, dass mein Mittagessen zu klein ausfällt oder es ist eine psychische Sache (Nervennahrung), da bin ich mir nicht sicher. Es geht hier auch nicht um mein Gewicht oder Abnahme, sondern darum, meine Verdauung vielleicht mal etwas zu entlasten. Aber das wird wohl erstmal nichts. Bei Stress esse ich. Viel :D

Das waren lila Kartoffeln, keine
rote Beete :D
 
Leider verlieren meine beiden Billig-Ikeapfannen (ich glaube, ich habe beide zusammen damals für 6€ gekauft) nun ihre Antihaftbeschichtung. Ich habe mich eigentlich gewundert, wie lange sie gehalten haben, denn trotz ihres Preises haben sie es immerhin über 7 Jahre geschafft. Die Tefal-Pfanne von F. gab schon vor 2 Jahren auf, und da war sie gerade mal 2 Jahre alt. Da ich keine Lust habe, nun nach und nach die PTFE-Beschichtung meiner Pfanne mitzuverspeisen, allerdings auch definitiv nicht auf Pfannengerichte verzichten möchte (als Beilage, wenn F. Fleisch isst, werfe ich mir gern einfach einen Haufen Gemüse mit Kichererbsen, Bohnen und/oder Tofu in eine Pfanne, wie man vielleicht schon mitbekommen hat), muss eine neue Pfanne her und zwar schnell. Nach meiner letzten schlechten Erfahrung mit einer Pfanne mit Keramikbeschichtung, die mir meine Mutter gegeben hat, hatte ich eigentlich beschlossen, keine mehr zu kaufen. Allerdings hört man ja doch viele Stimmen, die sehr angetan von ihnen sind, und so habe ich entschieden, ihnen noch einmal eine Chance zu lassen und dieses Mal in ein etwas höherpreisiges Segment zu gehen als bisher. Kriterien waren eigentlich nur: Keramikbeschichtung, keine helle Farbe, weil die schnell schäbig aussehen (die Pfanne von meiner Mutter war weiß und relativ schnell schmuddelig beige) und ein Deckel. Ich habe bei amazon eine Pfanne gefunden, die perfekt für meine Ansprüche ist und noch dazu ohne Stiel daherkommt, weil es eine Servierpfanne ist. Das spart ordentlich Platz im Schrank. Sie sieht sehr hochwertig aus und ist noch dazu im Angebot. Da ich gerade dabei war, habe ich noch 1kg Erdnussmus und eine zweite Sweatjacke mitbestellt. Die Sache ist nämlich die: Ich ziehe fast keine Pullover an. Der Wechsel zwischen warm und kalt geschieht bei mir recht schnell und übergangslos und gerade bei uns auf der Arbeit ist das wirklich eine Wissenschaft für sich: Ich komme an, mir ist warm vom Radfahren. Büro hat aber höchstens 18 Grad. Irgendwann bin ich abgekühlt und ziehe meine Sweatjacke wieder an. Dann beschließt aber die Heizung, dass sie nun doch loslegen will, plötzlich sind es 23°C und mir ist zu warm. Jacke wieder aus. Dann kühlt es wieder ab auf 18-20°C, Jacke wieder an. Das ist ziemlich nervig und seit diesem Herbst besonders schlimm, weil die Heizungsanlage…Probleme hat. Es geht übrigens nicht nur mir so, sondern auch meinen Arbeitskollegen. Naja, und da ich eigentlich fast nur schwarze Kleidung trage, habe ich halt momentan eine schwarze Kapuzen-Sweatjacke. Wenn die in der Wäsche ist, ist das blöd. Meine alten Sweatjacken habe ich entsorgt, weil sie mittlerweile eher grau als schwarz waren. Da kann ich nur auf meine Strickjacke umschwenken, aber da fehlt die Kapuze (die ich nicht aufsetze – sie muss aber trotzdem da sein :D). Deswegen habe ich mich endlich durchgerungen, aufzustocken. Was man für eine Philosophie daraus machen kann, statt sich das blöde Teil einfach zu bestellen… ich weiß. Aber wir haben diesen Monat eine Sondertilgung von 750€ pro Kopf geleistet und ich habe für über 100€ Weihnachtsgeschenke gekauft, plus die alles-vegetarisch-Bestellung und zwei Bücher, die diesen Monat herauskamen und die ich unbedingt haben musste..war also ein teurer Monat. Wobei es dann vielleicht auf eine Pfanne und eine Sweatjacke auch nicht ankommt. Ich bin doof.
Quelle: amazon.de
 

Mittwoch, 22. November 2017

Simple Cherry Pie


Simple Cherry Pie
 

Zutaten
Für den Teig:
300g Mehl
2 EL Zucker
175g Margarine
Ein paar EL Wasser
 
Für die Füllung:
Ein Glas Kirschen
1 Tüte Vanillepuddingpulver
2 Pckg. Vanillinzucker
 
Zunächst die Zutaten für den Teig in eine Schüssel geben und zu einer Masse verarbeiten. So lange esslöffelweise Wasser hinzugeben, bis die Masse von der Konsistenz her Streuseln für Streuselkuchen ähnelt. Einfacher weiterzuverarbeiten ist das Ganze, wenn man den Teig anschließend für ein paar Stunden in den Kühlschrank legt. Es geht aber auch ohne. Den Teig anschließend in zwei Hälften teilen. Eine Hälfte ausrollen und eine Pieform (es geht auch eine Quicheform oder eine Springform) damit auslegen. Den Teig etwas an den Seiten hochdrücken.
Für die Kirschmasse die Kirschen samt Saft in einen Topf geben. Einen kleinen Becher Saft zurückhalten und darin das Puddingpulver und den Vanillinzucker auflösen. Dieses dann wieder der Kirsch-Saft-Masse zufügen. Die Kirschen erhitzen, bis der Saft anfängt, eine puddingartige Konsistenz anzunehmen. Dann die Masse in der Pieform auf dem Teig verteilen. Den restlichen Teig ausrollen und in Streifen schneiden, die gitterartig über die Kirschmasse gelegt werden. Wenn man einen leichten Glanz auf dem Gitter haben möchte, mit etwas Pflanzenmilch bestreichen.
Der Kuchen kommt dann für ca. 1 h bei 180°C Umluft in den Ofen. Fertig und superlecker!

Dienstag, 21. November 2017

Futter.


Gestern habe ich ein tolles Rezept für Quiche mit Seidentofu gefunden, das ich unbedingt testen möchte. Ich liebe Quiche und bin daher sehr gespannt.

Derzeit macht mir das schlechte Wetter sehr zu schaffen. Ich bekomme zu wenig Sonne, das löst bei mir immer eine bedrückte Stimmung aus. Ich versuche entgegenzuwirken mit Dingen, die mir Freude machen und natürlichen Stimmungsaufhellern. Lesen, Rad fahren zur Arbeit, Schokolade. Aber das ersetzt natürlich trotzdem nicht den Sommer. Das ist die Zeit, in der sogar mich manchmal ein wenig das Fernweh packt. Nicht so, dass ich F. ernsthaft vorschlagen würde, wegzufahren, denn das würde er begeistert sofort planen. Mir reicht es, wenn ich dann Urlaubsfotos anschaue. Das macht mir immer gute Laune :) Für nächstes Jahr haben wir bisher tatsächlich nur das Radfahren an der Nordsee geplant. Das habe ich angeregt, weil ich nicht schon wieder nach Baltrum wollte. Auf dem Festland ist es deutlich günstiger (wir können uns die Fähre mit fast 58€ und den Parkplatz mit mindestens 16€ sparen und es gibt Supermärkte mit normalen Preisen ohne Inselzuschlag) und man kann mehr unternehmen. Spätestens, wenn wir Kinder haben und F. wieder das Urlaubsfieber packt, fahren wir eh wieder nach Baltrum. Um diese Insel komme ich auf Dauer nicht herum :D Allerdings kann man für das Geld, was man dort in Summe ausgibt (Anreise, Unterkunft, Verpflegung und man möchte ja auch mal Essen gehen), auch fast wegfliegen. Die See ist nicht mehr die billige Alternative zum Urlaub, die sie früher war.

Gestern habe ich Chili gemacht. F. sagte danach, dass es „übrigens sehr lecker“ war. Das ist eine Aussage, die man eigentlich nie von ihm bekommt, war also wohl wirklich gut. Für das Chili habe ich Sojaschnetzel von Vantastic Foods benutzt. Ich kaufe sie in den 1,5kg-Packungen, weil sie dann weniger Verpackung in Relation zum Inhalt haben. Besser gefallen mir allerdings die von dm, die aber nur 125g enthalten. Die reichen dann für zwei Anwendungen statt für… naja, 2-3 Jahre :D
 

Da ich das große Glas Kichererbsen noch nicht anfangen wollte (ich warte damit, bis ich etwas Zeit habe, um Baisers aus Aquafaba zu machen), habe ich am Wochenende Bohnenmus gemacht. Ich liebe es, darin Möhren zu dippen. Manchmal ist Hummus mit gedippten Möhren mein Mittagessen auf der Arbeit, wenn ich zu faul bin, mir Salat zu schnippeln oder Brot zu schmieren.
 

Außerdem habe ich mir am Wochenende eine große Schale Nicecream aus Banane und gefrorenen Erdbeeren gemacht, gesüßt mit ein paar Datteln. In der Schale ist ein Stück meines Teigschabers versteckt, den ich leider zu dicht an die Klinge gebracht und so weggeschreddert habe :D Zum Glück habe ich das Stück davon am Ende doch noch gefunden.
 

Und dann waren wir noch im dm, weil F. noch Haarspangen kaufen musste. Klingt komisch, ist aber so. Er nutzt die für seine Angelmontage. Wenn man diese Teile im Angelladen bestellt, kosten sie locker 5€ für 2-4 Stück. Im Rossmann kosten sie keine 2€. Und weil wir eh da waren und ich schon wochenlang mit mir ringe, bin ich schwach geworden und habe ein Glas Cashewmus mitgenommen. Großer Fehler! Ich möchte mich darin wälzen oder wenigstens einen Esslöffel nehmen und das Ganze in einem Zug leer löffeln. Das Zeug – ist – so – lecker! Fatal, wirklich. Jetzt reiße ich mich zusammen, pro Tag nicht mehr als einen Esslöffel davon in egal welcher Form (pur, auf Banane, auf Reiswaffel) zu vernichten, denn es ist eben auch wirklich teuer (7€ für 250g).

 

Gestern Nachmittag habe ich dann Schokoladenhunger bekommen und die Black Cherry Schokolade von VIvani getestet, die bei meiner letzten alles-vegetarisch-Bestellung mitkam. Ich bin kein Fan von dunkler Schokolade, taste mich aber nach und nach da ran und muss sagen, dass sie lecker ist. Nicht zu bitter vor allem. Allerdings fehlt mir bei Bitterschokolade immer der feine Schmelz von Vollmilchschokolade. Außer die vego-Schokolade, die im Grunde Nougat pur ist, habe ich bisher keine vegane Schokolade gefunden, bei der das vergleichbar wäre. Mir fällt gerade ein, dass ich noch einen 150g-Riegel Zuhause habe *-*
 

Vegane Engelsaugen habe ich am Wochenende auch gebacken. Dafür habe ich einfach das normale Rezept genutzt, das Ei weggelassen und die äquivalente Menge an Flüssigkeit mit Wasser ergänzt. Sie schmecken saulecker, weswegen über die Hälfte auch schon weg ist :D Leider ist den meisten Menschen immer noch nicht klar, dass vegetarische oder vegane Ernährung nicht gleichzusetzen ist mit Askese. Es gibt so viele leckere Gerichte, und ich denke, wenn man keinen komischen Körper hat wie ich, ist es kein Problem, auch als Veganer Normalgewicht zu haben, obwohl die Nährstoffdichte des aufgenommenen Essens durchschnittlich natürlich niedriger ist als bei Omnivoren. Ich bin mir auf jeden Fall immer sicherer, dass das die Ernährung ist, die mir guttut. Zu 100% kann ich es immer noch nicht einhalten, wenn ich irgendwo eingeladen bin z.B. Natürlich könnte ich da noch konsequenter sein und mir dann mein eigenes Essen mitbringen. Aber so weit bin ich noch nicht. Ich denke, wenn man zu 95% auf tierische Produkte verzichtet, bringt das schon verdammt viel, vor allem weil die Alternative für mich wäre, irgendwann gefrustet das Handtuch zu werfen.


Und weil es mal wieder schnell gehen musste: Nudeln mit
Tomatensuppe :D
 

Keine Sorge, den haben wir
nicht gegessen ;)

Montag, 20. November 2017

Tofu und Wochenende.


Am Freitag kam meine alles-vegetarisch-Bestellung an. Ich hatte mich dazu entschieden, mal wieder dort zu bestellen, vor allem deshalb weil mein Kaffeeweißer sich dem Ende neigt, der die einzige Möglichkeit ist, den Automatenkaffee bei uns in der Firma erträglich zu machen (ich bringe es nicht übers Herz, meinem Arbeitskollegen zu sagen, dass ich den Kaffee hasse o.O) und weil ich mich momentan durch diverse Tofusorten teste, in der Hoffnung, irgendwann einen zu finden, der so ist wie der fluffige beim asiatischen Restaurant.
Bis jetzt war meine Suche erfolglos, das kann aber auch daran liegen, dass ich in der günstigen Preissparte unterwegs war. Feststellen musste ich allerdings, dass es wahnsinnige Unterscheide in der Konsistenz gibt. Der Tofu vom Edeka und auch der vom Aldi sind eher fest. Wenn man sie einfriert, auftaut und dann das Wasser so gut es geht hinauspresst, werden sie beide sehr bröselig. Man kann sie dann gut marinieren und über Nacht ziehen lassen, allerdings zerbröseln sie derartig schnell, dass das Ganze in der Pfanne dann eher aussieht wie gebröselter Feta in einer Nudelpfanne. Geschmack hat der Tofu dann aber! Der Tofu vom Lidl ist viel weicher. Verfährt man mit ihm genauso, kann man nicht sehr viel Wasser aus ihm herausholen, er bleibt allerdings auch schnittfester und bröselt nicht so schnell. Mariniert habe ich ihn noch nicht, sondern eine würzige Panade darauf gemacht und ihn angebraten, was sehr lecker war. Die fluffige Konsistenz hat er aber nicht.
 
Und nun habe ich Tofu von Taifun, Tukan und Alberts bestellt und werde die nach und nach mal testen.
Ich habe Tofu lange Zeit gehasst, weil ich ihn immer nur als geschmacksneutrales, glibberiges Irgendwas kennengelernt habe. Mittlerweile weiß ich aber, wie man Geschmack hineinbringt. Irgendwann fasse ich meine Ergebnisse mal in einem Eintrag zusammen :D
Das Wochenende war zu kurz und anstrengend. Samstag waren wir erst in zwei Angelläden und abends auf der Geburtstagsfeier meiner Mutter. Gestern hat sie mit dem Rest der Verwandtschaft Kaffeetrinken gemacht, zu dem wir aufgrund der Nähe auch eingeladen waren. Das war ganz nett, weil selten alle zusammenkommen.
Was dieses genau wie letztes Wochenende und das davor richtig genervt hat, war das Wetter. Unter der Woche haben wir ständig Sonne und es bleibt überwiegend trocken, was ich dann vom Büro aus beobachten kann. Am Wochenende ist dann so ein mieses Wetter, dass man nicht mal eine Runde spazieren gehen möchte. Das nervt und vor allem fehlt mir Licht und Sonne auf der Haut. Ich bin kein Winterkind.
Meine große Schwester feiert übernächstes Wochenende ihren Geburtstag. Das wird richtig anstrengend, denn sie feiert sonntags. Es geht zum Trampolinspringen, was an sich eine coole Idee ist. Allerdings wohnt sie auch über 200km von uns entfernt und so fahren wir innerhalb eines Tages über 400km dafür. Ich bin aber froh, dass sie mich überhaupt einlädt, und möchte deswegen nicht absagen. Als ich noch mit meinem Ex zusammen war, hat der uns so erfolgreich auseinandergetrieben, dass sie sich sehr von mir distanziert hat, weil sie einfach nicht mit ihm umgehen konnte. Das hat mich sehr traurig gemacht. Dass sie, seit das mit ihm vorbei ist, auf mich zutritt, finde ich eine große Geste von ihr. Außerdem ist sie nur für meine Hochzeit über 400km pro Strecke nach Baltrum angereist, da darf ich mich wohl nicht beschweren.

Freitag, 17. November 2017

Geschwister.


Am Wochenende feiert meine Mutter ihren Geburtstag. Aus irgendeinem Grund sind wir an dem Abend eingeladen, an dem auch all ihre Bekannten kommen. Auch meine Schwestern kommen an dem Tag. Am nächsten Tag, wenn das Kaffeetrinken mit meinen Großeltern und Onkels ist, sind die Beiden irgendwie nicht da. Wir unter Umständen trotzdem. Ich finde das seltsam geregelt, aber okay.

Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich die einzige bin, die sich ernsthafte Gedanken um die Geschenke für meine Eltern macht. Meine Schwestern kommen immer mit sehr unpersönlichen Sachen an wie Kosmetikartikel aus dem Lush oder Bodyshop…Und ich denke mir, dass meine Mutter eigentlich am besten entscheiden kann, was sie für Pflegeartikel mag. Sie hat „Bob der Streuner“ im Kino verpasst und deswegen habe ich angeregt, dass wir ihr die DVD schenken. Und einen Zimmerfarn, weil sie Farn liebt. Das ist kostenmäßig vielleicht weniger, allerdings glaube ich trotzdem, dass sie sich darüber mehr freuen wird, weil das so Sachen sind, die sie sich nie kaufen würde, einfach, weil sie nicht darüber nachdenkt. Ich mag es, mir ausführliche Gedanken darüber zu machen, damit die Leute, die ich beschenke, sich auch darüber freuen. Mir kommt es so vor, dass ich damit in der Minderheit bin.

Ich finde es erstaunlich, dass wir drei so verschieden sind. Rein optisch sehen wir alle verschieden aus wie Tag und Nacht. Charakterlich ist es dasselbe. Meine Schwestern sind beide sehr hektisch und regen sich schnell auf. Aus vielen Kleinigkeiten wird ein großes Drama gemacht. Momentan ist es bei meiner „kleinen“ Schwester so schlimm, dass ich kaum noch weiß, wie ich richtige Gespräche mit ihr führen kann, weil es immer nur um die Uni, Masterarbeit, Arbeit, Panik geht. Und zwar ausschließlich. Die Großeltern von F. haben zu mir gesagt, sie hätten meine Schwester auf der Hochzeit gern getötet. Sie waren in derselben Pension und saßen mit ihr und meinen Eltern beim Frühstück, und auch da ging es nur um Uni, Masterarbeit, Arbeit, Panik. Es hat sie ziemlich schnell genervt. Mir wäre es viel zu anstrengend, den ganzen Tag darüber zu sprechen. Und ich finde es schade, dass sie jetzt weiterhin in ihrer Hochschul-Scheinwelt lebt und nicht in das richtige Arbeitsleben eintritt, sondern ihren Doktor macht. Sie hat ihr Leben lang riesiges Glück gehabt, ihr sind viele Dinge einfach so in den Schoß gelegt worden und sie musste nie dafür kämpfen. Sie hat ungefähr das Doppelte an Geld zur Verfügung gestellt bekommen, was ich am Anfang des Studiums hatte. Sie konnte zu meiner anderen Schwester ins gemachte Nest ziehen, weil die zufällig in derselben Stadt einen Job gefunden hat, wo meine Schwester studieren konnte. Und selbst jetzt, bei den Bewerbungen, hat sie auf alle drei Stellen direkt eine Zusage bekommen, weil das alles keine normalen Industriefirmen waren, sondern … naja… Institute oder Hochschulen, die nur auf die Noten schauen. Sie hat keine Ahnung, wie es in einer Firma läuft, sie hat keine Ahnung, wie die Berufswelt aussieht, sie ist einfach vollkommen unbedarft in allem und kommt mit Glück immer irgendwie durch. Ich verstehe es nicht. Was ihr noch gar nicht bewusst ist, wie ich glaube: in 3-5 Jahren steht sie wieder genau dort, wo sie jetzt steht. Dann ist ihre befristete Stelle ausgelaufen und sie muss wieder anfangen zu suchen. Und da sie keine Abstriche machen möchte, was das sehr spezifische Themengebiet angeht, auf das sie ihre Vertiefung im Studium gelegt hat, denke ich durchaus, dass ihre Beziehung damit langfristig in Gefahr ist.

Meine andere Schwester lebt so ein ganz anderes Leben als ich. Sie ist beruflich sehr viel in der Weltgeschichte unterwegs, sie unternimmt Reisen nach Australien und Amerika und unternimmt unglaublich viel. Sie will keine Familie gründen, kein Haus, sie nimmt einfach ihr Geld und lebt davon. Eigentlich ist das Beste, was man machen kann. Was nützt einem ein Kontostand von zehntausenden von Euros, wenn du irgendwann arbeitslos wirst und der Staat dir erst all das Ersparte nimmt, bevor du Hartz IV bekommst? Dann wünschst du dir, du hättest  dir mehr gegönnt.

Wir haben also komplett unterschiedliche Lebensziele. Wobei meine Schwestern sich ähnlicher sind als ich irgendeiner von ihnen. Momentan ist es so, dass ich besser mit meiner großen Schwester umgehen kann als mit meiner Kleinen, wo unser Verhältnis doch sehr lange sehr zwiegespalten war (vielen Dank dafür an meinen Ex-Freund).

Schade finde ich den Wandel meiner kleinen Schwester, die sich nicht zum Positiven entwickelt hat. Als Kinder waren wir unzertrennlich und mehr Freundinnen als Schwestern. Irgendwann kam ich dann mit meinem Ex zusammen und der hat mich extrem abgeschottet von allem. Meiner Familie, meinen Freunden, meinem eigentlichen Ich. Da hat meine kleine Schwester sich meiner großen Schwester zugewandt und angefangen sich zu verändern. So stark, dass ich mittlerweile oftmals gar nicht mehr so viel mit ihr anfangen kann. Ob ich mich mitschuldig daran fühle? Ja, auch. Allerdings kann ja nun auch niemand mir vorwerfen, dass ich als fehlendes Element zu ihrer Charakterbildung derart beigetragen habe, dass ich das komplett zu verantworten habe. Sie ist einfach zu verbissen und zu panisch.

Trotzdem würde ich meine Schwestern nicht umtauschen wollen. Wir haben viele Höhen und Tiefen miteinander durchlebt, aber sie sind nach wie vor meine Familie. Ich bin stolz auf meine Familie, weil wir keine Standardfamilie sind. Meine Eltern haben drei Töchter, davon zwei Ingenieure und eine Physikerin. Wer kann das schon von sich behaupten? Mein Vater ist der Coolste und meine Mutter ist ein sehr herzlicher Mensch (mit gelegentlichen Stimmungsschwankungen). Und wir gehören alle zusammen und haben uns jetzt sogar noch um F. erweitert :)

Donnerstag, 16. November 2017

Warum...

…gibt es in den USA bereits sieben vegane Ben&Jerry’s Sorten, hier offiziell zwei, aber ich habe noch in keinem Laden welches bekommen können?  Wohlstandsprobleme...

Quelle: benjerry-com

George Orwell - Die Farm der Tiere


Ich bin eigentlich durch Zufall auf dieses Buch gestoßen, als ich ein wenig Klassiker der Literatur durchforstet habe. Um ehrlich zu sein, habe ich es vor allem wegen des Titels gekauft. Von George Orwell kannte ich bisher nur, wie vermutlich jeder, das dystopische Buch 1984, das vermutlich jeder mal in der Schule im Englischunterricht lesen musste.

Die Geschichte – Achtung Spoiler!

Das Buch handelt von den Tieren auf einer Farm, die einen Aufstand anzetteln und ihren Bauern vom Hof verjagen. Daraufhin sind sie auf sich allein gestellt, auch wenn die Schweine, die als die intelligentesten unter ihnen akzeptiert werden, das Zepter in der Hand haben und die Angelegenheiten regeln. Die Farm wird ab jetzt die Farm der Tiere genannt, und es werden sieben Gebote des Animalismus aufgestellt, die grundsätzlich darauf abzielen, dass Tiere keine menschlichen Eigenschaften annehmen sollen und alle Tiere gleich sind. Die Tiere betreiben die Farm nun eigenständig mit großem Erfolg. Alle Erträge werden geteilt, allerdings sind die Äpfel und die Milch von Anfang an den Schweinen vorbehalten, weil sie die Denkarbeit leisteten. Napoleon und Schneeball, die Oberhäupter der Schweine, geraten schnell aneinander, als es um den Bau einer Windmühle geht. Schneeball wird von der Farm vertrieben und Napoleon lässt die Tiere daraufhin immer härter arbeiten und schafft immer mehr gemeinschaftliche Entscheidungen ab, sodass er am Ende der alleinige Entscheider ist und die Schweine an oberster Stelle stehen. Schließlich gehen die Schweine Handelsbeziehungen mit den umliegenden Farmen ein, sodass die Winter für die Tiere noch härter werden, weil das Futter knapp wird. Alleinig die Schweine leben in Saus und Braus und beziehen irgendwann das Farmhaus. Irgendwann beginnen sie aufrecht zu gehen und sich zu kleiden wie die Menschen. Als sie ein Bankett abhalten und Karten spielen, um die Handelbeziehungen zu den Menschen zu kräftigen, und mit ihnen in Streit geraten, weil beide beim Spielen gemogelt haben, können die Tiere nicht mehr unterscheiden, wer Mensch und wer Schwein ist.

Der Hintergrund:

Auch wenn es für mich nicht direkt offensichtlich war, soll das Buch die Geschehnisse der jungen Sowjetunion darstellen. Es beginnt bei der Herrschaft des Bauerns (Zar Nikolaus II.) und geht über den Aufstand der Tiere (Februar- und Oktoberrevolution) und die Ausbildung des Animalismus (Sozialismus und Kommunismus) bis hin zu der Herrschaft der Schweine (Wandel des Kommunismus in den Stalinismus). Das Ende, die Feier der Schweine mit den anderen Farmern, symbolisiert die Teherankonferenz von 1943, als die Sowjetunion mit anderen kapitalistischen Ländern zusammensaß und somit gegen die eigenen Ideale verstoßen hat. Der Streit am Ende, so wird vermutet, deutet bereits auf den sich anbahnenden Kalten Krieg zwischen der Sowjetunion und den USA hin.

Wenn man das weiß, und ich hatte diese Information zum Glück vorher, sieht man die Geschichte mit ganz anderen Augen.

Meine Meinung:

Ich finde diese Geschichte (ist es noch eine Dystopie, wenn es bereits in der Vergangenheit so passiert ist?) sehr gut geschrieben und vor allem den geschichtlichen Hintergrund sehr gut verbildlicht. George Orwell wurde für diese Geschichte vielfach kritisiert und angehalten, das Ganze weniger drastisch darzustellen, wie er in einem Nachwort erläutert. Das verstehe ich insofern, weil er damit zu der damaligen Zeit (1945) vielen Leuten auf den Schlips getreten hat.

Sehr gutes, handliches (192 Seiten in meinem festgebundenen Kleinformat von Diogenes) Buch, das ich bestimmt noch einmal lesen werde.